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The Turkish World - Das Internetportal mit Informationen aus dem Bereich der türkischen Welt

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 POLITIK & WIRTSCHAFT
Heutige Türkvölker

Hier soll eine Liste mit nahezu allen turkstämmigen und turkverwandten Völkern und Staaten entstehen. Die liste ist nicht vollständig, aber ich werde Sie erweitern sobald ich die Möglichkeit habe. Eventuelle Tipps und Anmerkungen bitte an meine Email)

Sibirien

Altai-Türken/Oirot (Rus. Gorno-Altai)
Khakassen (Rus. Khakassien, Russland)
Even (Rus. Sibirien)
Ewenken und Ewenen (Rus. Sibirien)
Jakuten o. Saha (Jakutien)
Nani (Rus. Sibirien)
Tschuktschen (Rus. Sibirien)
Tuwaner (Tuva)

Eurasien/Asien

Aserbaidschaner (Aserbaidschan)
Balkaren (Rus. Kabardino-Balkarien)
Baschkiren (Rus. Baschkortostan)
Bulgaren (Bulgarien)
Dagestaner (Rus. Dagestan)
Dolganer (Rus. Tajmyr-Autonomer Kreis)
Gagausen (Gagauzia, Moldawien)
Karakalpaken (A.R. Karakalpakistan)
Karatscheier (Rus. Karatschajewo-Tscherkessien)
Kasachen (Kasachstan)
Khasaren (Chasarien, Ukraine und Russland)
Kirgisen (Kirgistan)
Krimeaner (Ukraine)
Kumanen (Ungarn, Bulgarien)
Kumyken (Rus. Dagestan)
Nogaier (Steppen im Kaukasus)
Osmanische Türken (Türkei)
Petschenegen (Ungarn, Bulgarien)
Schoren (Rus. Südsibirien)
Tataren (Rus. Tatarstan)
Tschuwaschen (Rus. Tschuwaschien)
Turkmenen (Turkmenistan, )
Uiguren (Ost-Turkestan, China, Autonome Region Xinjiang)
Usbeken (Usbekistan)

 

Altai-Türken/ Oirot

3 Altay kizhi, Im Russischen heute Altajtsy, früher als Oyrot (mongl. Oyirad) bezeichnet. Sie sind großteils Christen oder Anhänger des lamaistischen Buddhismus. Sie leben im Gebiet des Altai-Bebirges und der Kuzneckij Alatau Berge in Sibirien. 60.015 Personen (1979). Sie sprechen eine nordtürkische Sprache, die zur aral-sayan-Gruppe gehört. Altais ist eine kollektive Bezeichnung für eine Anzahl von türkischsprechenden Stämmen. Sie wurden unter zahlreichen Namen bekann, z.B. Chevernevyje Tataren, Berg- oder Weiße Kalmücken etc. Sie gliedern sich in 2 Gruppen. Einige der Klannamen, die es unter diesem Volk gibt (z.B. Qipcaq, Nayman, Sart, Soyon, Mongol etc.) verbinden sie klar mit anderen türkischen und turko-mongolischen Völkern.
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Khakass

3 Khass. Sie wurden früher als Abakan oder Minusa-Tataren (Abakanskie, Minusinskie Tatary) bezeichnet. Sie sind Christen, haben aber viele ihrer animistischen Traditionen behalten.Sie leben primär im Süden des Krasnojar Gebietes der Russischen Föderation in einem eigenen autonomen Gebiet der Khakass Autonomen Provinz. 70.776 Personen (1979). Ihre Sprache gehört zur Gruppe der nordtürkischen Sprachen. Gegenwärtig sind die Khakass Völker in 2 linguistische Gruppen gegliedert. Das Ethnonym Khakass wurde von der lokalen Intelligenzia nach der Oktober-Revolution von 1917 bewusst ausgewählt. Zuvor wurden die alten Klannamen verwendet. Die Khakass stellen ein Konglomerat kleiner turksprachiger Stämme dar. Sie stammen teilweise von den Yenisei-Kirgisen und teilweise von kettischen, samoyedischen und türkischen Stammesgruppen ab. Sie vermischten sich mit den Mongolen, die 1209 ihr Gebiet eroberten. im 17.Jhdt. kamen sie schließlich unter russische Herrschaft.
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Evenen, Eweneken

5 Die Ethnogenese der Ewenken und Ewenen geschah vermutlich im Baikalgebiet mit der Vermischung mandschurischer, mongolischer und türkischer Stämme. Die Ewenken sind vermutlich das älteste Volk Sibiriens. Etwa 30.000 Ewenken siedeln in den Gebieten vom mittleren Jenissej bis zum Baikal und Armur. Obwohl ihre Sprache dem Chinesischen ähnelt, sind sie kulturell eher mit den Mongolen verwandt. Nahe verwandte Gruppen sind die Nani mit 12.000 Menschen am niederen Armur und die Evenmit 17.000 Menschen.
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Jakuten

5 Zweitstärkste Bevölkerungsgruppe in Sibirien sind mit 210.000 Menschen die Jakuten, die vorerst in der Baikalregion lebten, dann aber von anderen Völkern in die Steppeninseln der mittleren Lena verdrängt wurden. Dabei wurden die dort ansässigen Ewenen zum Teil assimiliert. Die Jakuten sind Nachfahren von Türkengruppen, die im 13. Jh. einwanderten und weisen eine reiche nationale Kultur auf und brachten z.B. die Töpferei und die Schmiedekunst in den Norden. Mit dem Vorstoß russischer Truppen Ende des 18. Jh. wanderten kleine Jakutengruppen nach Norden ab und siedelten an den Flüssen Kolyma, Indigirka und Alaseja. Diese Gebiete stellen heute das nördlichste Verbreitungsgebiet der Turkvölker dar. Ursprüngliche Lebensform ist der Pferdenomadismus. Die jakutischen Pferde sind winterfest und die Wirtschaftsform gleicht der Rentierhaltung. Mit den Russen wurde im 17. Jh., wo es edaphisch möglich war, der Ackerbau, sowie die Rinderhaltung eingeführt, die aber wegen der Notwendigkeit der Heuwirtschaft und den Bau von Winterstallungen sehr aufwendig war. Der Übergang zur Sesshaftigkeit erfolgte auch hier in Einraum- Blockhäusern, die mit einem Erddach versehen, und außen zur Wärmeisolierung mit Dung und Lehm verschmiert waren. Eine solche Bauweise findet man heute noch bei den Rinderställen. Die jakutische Kultur weist sowohl südliche Steppenelemente wie z.B. Kumys- vergorene Stutenmilch, aber auch nördliche Taigaelemente auf. Auch heute sind die Jakuten noch ein Kulturschaffendes Volk mit reicher nationaler Literatur, Theater und Musik. Die selbstbewusste Volksgruppe wurde nicht tiefgreifend russifiziert, und so sprechen 92% der Bevölkerung zu Hause ihre Nationalsprache.
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Tschuktschen

5 Paläosibirische Tschuktschen wurden aus dem Süden nach Norden abgedrängt und existieren heute in zwei verschiedenen Kulturformen: die Tundren- Tschuktschen mit Rentierwirtschaft und die Küsten- Tschuktschen, die sich auf die Jagd auf Wale und Seehunde spezialisiert haben. Notizen von KOLESOV, 1991 berichten über die Lebensgewohnheiten dieses Volkes. Als Behausung dient ein vieleckiges, geräumiges Zelt, das mit Rentierfellen überdeckt ist und leicht transportiert werden kann. In der Mitte brennt fast ununterbrochen ein Feuer, das zum Kochen dient, aber auch die unzählig vielen Mücken vertreiben soll. Der Rauch entweicht durch eine Öffnung im Dach. Auch auf dem Boden liegen Rentierfelle in mehreren Schichten aus, die als Sitzgelegenheiten dienen. Vor dem Zelt stehen Schlitten, Narty, die mit allerlei Wirtschaftsgerät beladen sind. Neben dem zentralen Hauptzelt gibt es mehrere vieleckige Zelte zum Schlafen. Die Frauen tragen die Hauptlast der Arbeit. Ihre Aufgabe ist es, das Essen zuzubereiten, Kleidung zu nähen, die Zelte aufzustellen, Holz zu holen und den Männern auf der Weide zu helfen. Ab September wird ein Overall aus Fell getragen, der von den Frauen genäht wird. Im Winter werden zwei von ihnen übereinander getragen, der untere mit dem Fell nach innen und der äussere mit dem Fell nach außen. Alle 8- 19 Tage ziehen die Gruppen weiter und verladen dazu alles auf ihre Schlitten. Dabei werden die Routen des vergangenen Jahres gemieden, um eine Überweidung zu verhindern. An jedem Standplatz werden zwei Tiere geschlachtet und der Fleischvorrat in einer 30 cm tiefen Permafrostgrube gelagert. Im Herbst erfolgt das Jahresschlachten, bei dem die Herde um ein Drittel reduziert wird, um der geringeren Kapazität der Winterweide gerecht zu werden. Das Fleisch, das früher von der Sowchose übernommen wurde muß heute selber vermarktet werden, was aber aufgrund der hohen Transportkosten (z.T. mit Hubschraubern) und der geringen Aufkaufpreise wenig lukrativ ist. Dennoch hat sich diese Lebensweise noch nahezu unverändert bis heute erhalten, v.a. im äußersten Nordosten. Zu Zarenzeiten mussten die Nordvölker eine Pelzsteuer, den sogenannten Jassak, entrichten, wegen dem sie viel Zeit und Energie für die eigene Lebensbewältigung in den ohnehin schon widrigen Bedingungen verloren. Die Folge waren Armut und schlechte Lebensverhältnisse. Die Lebenserwartung lag bei Männern zwischen 35 und 40 Jahren. Auffallend sind auch heute noch die vielen Krankheiten und eine hohe Selbstmordrate.
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Tuwaner

3 Tuba, Tuwa, Tyva (-kizhi). Im Russischen werden sie als Tuvinsky bezeichnet. Früher waren sie auch unter den Namen Soyons, Soyots und Uriankhais bekannt. Ursprünglich waren die Tuviner Schamanisten. Im 18. Jhdt. nahmen sie den lamaistischen Buddhismus an. Fast alle Tuviner lebten in Süd-Sibirien in der Tannu-Tuvinischen ASSR der Russischen Föderation. 166.982 Personen (1979). Ihre Sprache gehört zur Gruppe der nordtürkischen Sprachen. Die Tuviner stammen, wie viele andere türksprachige Völker Südsibiriens, von verschiedenen türkischen, türkisierten kettischen, samoyedischen und mongolischen Stämmen ab.
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Aserbaidschaner

9 Türkvolk (12 Mill.) südlich des Kaukasus, in Iran und in der Republik Aserbaidschan, größtenteils türkischer Herkunft. Zu Aserbaidschan gehören auch die im Armenischen Hochland gelegene Republik Nachitschevan und das vorwiegend von christlichen Armeniern bewohnte Autonome Gebiet der Bergkarabachen. Die Bevölkerung setzt sich aus 85% Aserbaidschanern (Aseri), 2% Armeniern und 4% Russen zusammen. Außerdem leben noch kleine Gruppen von Tataren, Lesgiern, Awaren, Kurden u. a. in Aserbaidschan. Im Gegensatz zu den islamischen Aserbaidschanern gehören die Armenier und ein Teil der Russen dem Christentum an. Aserbaidschan ist seit der Steinzeit von Menschen besiedelt. Aus der transkaukasischen Mischbevölkerung gingen vom 7.—15. Jahrhundert unter starkem türkischem Einfluss (seit dem 10. Jahrhundert) die Aserbaidschaner hervor. Seit dem 7. Jahrhundert v. Chr. gehörte Aserbaidschan wechselnd zum Persischen oder zum Mederreich. Nach der Eroberung durch die Araber im 7. Jahrhundert nahm Aserbaidschan den Islam als Staatsreligion an. Das in zahlreiche Regionalstaaten aufgesplitterte Aserbaidschan wurde im 11. Jahrhundert von den Türken unterworfen, im 13. Jahrhundert von den Mongolen und zu Beginn des 14. Jahrhunderts von den Persern. 1813 und 1823 wurde der nördliche Teil Aserbaidschans von Russland erobert und als Provinz eingegliedert. Dank der Entwicklung der Erdölindustrie um Baku stieg Russisch-Aserbaidschan bis zur Jahrhundertwende zum damals größten Ölproduzenten der Welt auf. Zugleich wurde die Arbeiterschaft von Baku zu einer wichtigen Zielgruppe revolutionärer Agitation. Hier wirkten später führende Bolschewiki wie Stalin und Woroschilow. Unmittelbar nach der Oktoberrevolution 1917 übernahmen zunächst die Bolschewiki die Macht in Russisch-Aserbaidschan. Am 28. 5. 1918 wurde es vorübergehend unabhängig. Nach Verdrängung der türkischen, dann der britischen Truppen durch die Rote Armee wurde Aserbaidschan 1920 Sowjetrepublik, 1922 Teilrepublik der Transkaukasischen SFSR, 1936 Unionsrepublik. 1941 besetzten sowjetische Truppen den iranischen Teil Aserbaidschans. Der Versuch, ihn von Iran zu lösen, schlug fehl; 1946 zogen die Truppen ab. Als sich im Zuge der Reformpolitik der 1980er Jahre wieder nationale Bestrebungen artikulieren konnten, brachen auch uralte Gegensätze zwischen Aserbaidschanern und Armeniern auf. Der Konflikt entzündete sich an der mehrheitlich von Armeniern bewohnten aber seit 1920 zu Aserbaidschan gehörenden Bergkarabachen-AO. Diese erklärte 1988 ihren Anschluss an die Armenische SSR. Sowohl die Moskauer Zentralregierung als auch der aserbaidschanische Oberste Sowjet erklärten diesen Beschluss für ungültig. In der Folgezeit kam es zu militärischen Auseinandersetzungen*. Im Zuge des Zerfalls der UdSSR erklärte Aserbaidschan am 30. 8. 1991 seine Unabhängigkeit. Nach inneren Machtkämpfen wurde 1993 der Altkommunist G. Alijew Staatschef. Der Streit um Bergkarabach entwickelte sich zu einem blutigen Krieg mit Armenien. Russische Vermittlungsbemühungen führten 1994 zu einem Waffenstillstandsabkommen. 1995 fanden Parlamentswahlen statt, außerdem wurde eine neue Verfassung verabschiedet. Bei den Präsidentschaftswahlen 1998 wurde Alijew in seinem Amt bestätigt.
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Balkaren

9 Kaukasischer Turkstamm, islamisch; Schafzüchter. Republik Kabardino-Balkarien, Republik innerhalb Rußlands, an der Nordseite des Kaukasus, 12 500 km2, 784 000 Einwohner; Hauptstadt Naltschik; in den Tälern Anbau von Mais, Sonnenblumen, Hanf und Melonen; Obstgärten; im Gebirge Weidewirtschaft, Schafzucht; Bodenschätze: Steinkohle, Eisen, Molybdän, Wolfram, Blei, Zink. — 1991 umbenannt in Kabardiner- und Balkaren-Autonome Republik, seit 1992 Republik.
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Baschkiren

9 Baschkurt, ugrisches Volk (1,34 Mill.) im südlichen Ural, türkisiert, Moslems; wohl magyarischer Abstammung; Ackerbauern, Bienenzüchter, Halbnomaden. Baschkortostan, Republik innerhalb Russlands, umfasst den südlichen Ural und sein westliches Vorland; 143 600 km2, 3,98 Mill. Einwohner (davon rund 53% in Städten), Hauptstadt Ufa; Getreideanbau, Fleischvieh- und Milchviehzucht, im Gebirge Waldwirtschaft; reiche Erdöl- und -gasvorkommen (Zweites Baku), Förderzentren Ischimbaj und Tujmasy; Braunkohle, Eisen-, Mangan- und Kupfererze, Bauxit und Gold; wichtigste Industriestädte sind Ufa, Sterlitamak und Bjelorezk.
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Bulgaren

10 In den uns heute bekannten Quellen finden die Bulgaren erstmals Mitte des 4. Jh. n. Chr. Erwähnung. Das erste bulgarische Staatswesen ging aus einem Bündnis von Protobulgaren, einem aus Zentralasien stammenden Turkvolk, und sieben ansässigen slawischen Stämmen in einer Auseinandersetzung mit dem oströmischen Reich hervor. Der Friedensvertrag aus dem Jahr 681 gilt als die Geburtsstunde Bulgariens.
Wie für ganz Südosteuropa waren in den darauffolgenden Jahrhunderten ständige Veränderungen der territorialen und machtpolitischen Verhältnisse auch für Bulgarien kennzeichnend. Dabei wurden weite Teile des Balkans im Zuge einer imperialen Ausweitung des bulgarischen Herrschaftsbereiches zwischenzeitlich in ein bulgarisches Großreich eingegliedert. Übertragen auf heutige Verhältnisse handelte es sich um die Staatsgebiete Bulgariens und Makedoniens sowie Teile Serbiens, Albaniens, Griechenlands und Rumäniens. Während der Regierungszeit von Boris I. (857-888), der in Bulgarien das Christentum einführte, vor allem aber seines Sohnes Simeon I. (893-927), der sich nach einem Sieg über die byzantinische Streitmacht zum Zaren krönen ließ, erlebte Bulgarien in politischer, wirtschaftlicher und kultureller Hinsicht eine erste Blütezeit. Die ehrgeizigen Ambitionen von Zar Samuel (976-1014) überstiegen dann jedoch die bulgarischen Möglichkeiten. Aus einem erneuten, dreißig Jahre andauernden Krieg mit dem wiedererstarkten Ostrom ging der byzantinische Kaiser Basil II. als Sieger hervor. Dies bedeutete das Ende des 1. Bulgarischen Reiches (681-1018). Eine von den Brüdern Assen und Petăr angeführte Aufstandsbewegung in Nordbulgarien erwirkte die Wiederherstellung des bulgarischen Reiches (2. Bulgarisches Reich 1186-1393). Unter ihren Nachfolgern stieg Bulgarien innerhalb weniger Jahrzehnte zum größten und mächtigsten Staat der Balkanhalbinsel empor, dessen Staatsgebiet an drei Meere grenzte.
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Dagestaner

9 Dagestanische Autonome Republik, Republik innerhalb Russlands, an der Westseite des Kaspischen Meers, 50 300 km2, 1,89 Mill. Einwohner; Hauptstadt Machatschkala. Die Bevölkerung bilden zahlreiche Volksstämme, u. a. Awaren, Lesgher, Darginer, Kumyken, dazu Russen und Aserbaidschaner; im Gebirge Viehwirtschaft, in den Tälern und der Küstenniederung südlich des Terek Obst-, Wein- und Ackerbau; bedeutende Erdöl- und Erdgasvorkommen an der Küste sowie Steinkohle und Schwefel; Ölraffinerien. Häfen am Kaspischen Meer: Machatschkala, Derbent. Dagestan wurde 1921 als ASSR gebildet; seit 1991 Republik. 1999 kam es in Dagestan zu militärischen Auseinandersetzungen mit islamistischen Rebellen.
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Dolganen

9 Ein türkisierter tungusischer Stamm im Tajmyr-Autonomen Kreis der Dolganen und Nenzen, Russland; Rentierzüchter.
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Gagausen

1 Christlicher türkischer Volksstamm in Moldova (150 000) und in Bulgarien. Sie sind wohl Nachkommen der Kumanen. Seit 1990 bildeten sich starke Autonomiebestrebungen.
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Karakalpaken

9 Karkolpaken, seßhaftes turksprachiges Volk (200 000) am Amudarja und Syrdarja (besonders in Karakalpakien); in seiner gesellschaftlichen Form ähnlich den Turkmenen. Republik Karakalpakien, autonomes Territorium innerhalb Usbekistans, 164 900 km2, 1,27 Mill. Einwohner; Hauptstadt Nukus; in den Halbwüsten Fleisch- und Wollviehwirtschaft, Karakulschafzucht, im Bewässerungsbereich des Amudarja Baumwoll- und Reisanbau; im Westen Erdgasvorkommen. — 1932—1991 Kara-Kalpakische ASSR.
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Karatschaier


9 Bergtataren, ein Turkvolk (150 000) am oberen Kuban (Kaukasus), mit tscherkessischem Brauchtum; Schafzüchter. Republik Karatschajewo-Tscherkessien, autonomes Territorium im Süden des Kraj Stawropol (Rußland), am Nordhang des Kaukasus, im Kubangebiet, 14 100 km2, 434 000 Einwohner; Hauptstadt Tscherkessk; in den Tälern Anbau von Weizen, Mais, Sonnenblumen und Melonen; Milch- und Fleischwirtschaft; Kohlenbergbau. — 1957—1991 Karatschaier- und Tscherkessen-AO.
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Kasachen


9 Kazaken, einst nomadisches, heute meist zur Seßhaftigkeit übergehendes Türkvolk (8,1 Mill.) im Steppengebiet Kasachstans, in China und der Mongolei (1,3 Mill. fielen der Zwangskollektivierung zum Opfer oder wanderten nach Xinjiang aus, von wo sie z. T. später zurückkehrten). Die vorwiegend islamischen Kasachen (Sunniten) stellen nur 44,3% der Bevölkerung. Nur wenig niedriger ist mit 35,8% der Anteil der Russen. Größere Minderheiten sind Ukrainer (5,1%) und Deutsche (3,6%). Außerdem leben noch Tataren, Usbeken, Uiguren, Weißrussen und Aserbaidschaner im Land. Nur gut 40% der Bewohner beherrschen die Staatssprache Kasachisch; Hauptverkehrssprache ist Russisch, das von 83% der Bevölkerung gesprochen wird. Das kasachische Volk entstand durch Vermischung türkischer und mongolischer Stämme. Im 17. Jahrhundert teilte sich das Volk in drei selbständige Horden, die bis ins 19. Jahrhundert überwiegend als Nomaden lebten. Seit 1822 wurde das Gebiet der Kasachen von Russland erobert. 1873 war die Annexion abgeschlossen. Ein Aufstand gegen die zaristische Herrschaft wurde 1916 blutig niedergeschlagen. 1920 wurde die Kirgisische Autonome Sozialistische Sowjetrepublik im Rahmen der RSFSR gegründet; sie wurde 1925 in Kasachische ASSR umbenannt und 1936 zur Unionsrepublik erhoben. 1941 siedelte man Hunderttausende von Russlanddeutschen zwangsweise nach Kasachstan um. 1986 zeigten sich erste Ansätze einer antirussischen Protestbewegung. Am 16. 12. 1991 erklärte sich Kasachstan für unabhängig. Es ist Mitglied der Gemeinschaft Unabhängiger Staaten ( GUS). Staatsoberhaupt ist seit 1990 der ehemalige Vorsitzende des kasachischen Obersten Sowjet, N. A. Nasarbajew. In einem Referendum verlängerte die Bevölkerung 1995 die Amtszeit Nasarbajews bis zum 1. 12. 2000 und stimmte gleichzeitig einer neuen Verfassung zu, die dem Präsidenten weitreichende Befugnisse gibt.
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Khasaren

1 (Chasaren). Zwischen 786-809 traten die Oberschicht der Chazaren, zusammen mit ihrem  Chagan (Kahn, König) zum Judentum über. Die Chazaren, ein Türkvolk, waren im östlichen Schwarzmeer-Gebiet und im Kaukasus seßhaft (frühere Nomaden). Die Hebräer aus  dem Byzantinischem Reich und aus dem Kaukasus Gebiet siedelten sich in der Zeit unter dem Schutz der mächtigen Chagane im Chazaren-Reiche an und belebten den Handel und die Wirtschaft. Baumwollstoffe, Pelze, Gewürze, Honig und Wachs, sowie Tiere, Häute und Fische bildeten das Fundament des Warenhandels. Heutige  Chasaren leben in der Ukraine und in Russland. Sie werden auch das "13. Volk" der Juden genannt.
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Kirgisen

3 Die ursprüngliche Heimat der Kirgisen war das Jenisei-Gebiet, von wo sie durch die mongolischen Kara-Kitai vertrieben wurden. Um die Mitte des 7.Jhdt. hatten die Kirgisen ihre Wohnsitze im Westen von Hami und im Norden von Karashahr an den Abhängen des Tienschan-Gebirges. Anfang des 9.Jahrhunderts erlangten sie eine politische Macht und konnten die Uiguren besiegen. 924 wurde dem Reich der Kirgisen von den Kara-Kitai (Mongolen) ein Ende gesetzt. Die Kirgisen mussten sich mit kleinen staatlichen Gebilden begnügen, die 1209 von den Mongolen beseitigt wurden.  Ihr Gebiet wurde Teil des Ulus von Chagatai. Im 14.Jhdt. kam das Gebiet unter die Herrschaft des Khanats von Mogolistan, das im 15.Jhdt. ein unabhängiger Staat wurde, jedoch unter der Dominanz mongolischer Khane verblieb. Mitte des 17. Jhdt. gab es eine kurzfristige Allianz zwischen den Kirgisen des Tienschan und den kazakhischen Stämmen gegen die Chagataiiden. 1683 bis 1685 n.Chr. wurde das kirgisische Gebiet von den dzungarischen Oiraten (Kalmücken) erobert. Dies führte zu einer Migration eines Teils der Kirgisen nach Ost-Turkestan. 1758 n.Chr. wurden die Oiraten von den Mandchus besiegt. Dies führte zu einer Rückwanderung eines Teils der Kirgisen. Ab Mitte des 17. Jhdt. erfolgte die Konversion der Kirgisen zum Islam. Nach 1758 n.Chr. wurden die Kirgisen nominell chinesische Untertanen. De facto bleiben sie jedoch relativ unabhängig und wurden von ihren eigenen Stammesführern regiert. Anfang des 18. Jhdt. wurden die Kirgisen vom Khanat von Kokand angegriffen. Um 1839 waren sie dessen Vasallen geworden und mussten nun Tribute an den Khan von Kokand entrichten. Unter dem Einfluss von Kokand konnte der Islam nun stärker Fuß fassen. 1868 wurde das Khanat von Kokand zum russischen Protektorat und 1876 formell in das russische Imperium als Ferghana-Provinz integriert. Damit kamen auch die Kirgisen unter russische Herrschaft. In Pishpek wurde 1862 eine russische Garnison eingerichtet. 1876 war die Eroberung der kirgisischen Gebiete abgeschlossen. Der Vormarsch der Russen führte zu Wanderbewegungen in den Pamir und nach Afghanistan. Die sowjetische Macht wurde 1919 schließlich auch auf kirgisischem Territorium etabliert. 
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Krimeaner

9 Krym, Halbinsel in der südlichen Ukraine, am Schwarzen Meer. Nach dem Mongolensturm im 13. Jahrhundert wurde die Krim Besitz der Goldenen Horde, von deren Gebiet sich 1438 das Khanat der Krim loslöste. Letzteres kam 1475 unter türkische Oberhoheit. 1783 wurde die Krim russisch. 1853—1856 war die Krim Schauplatz des Krimkrieges. 1921 wurde die Krim als ASSR in die UdSSR eingegliedert, seit 1954 gehörte sie zur Ukrainischen SSR (heute Ukraine). Innerhalb der seit 1991 unabhängigen Ukraine erhielt die Krim den Status einer autonomen Republik. Das Parlament der Krim führte 1993 im Widerspruch zur ukrainischen Verfassung ein Präsidialregime ein. Der für einen Anschluß der Krim an Rußland eintretende J. Meschkow wurde 1994 zum Präsidenten gewählt. Im März 1995 hob das ukrainische Parlament das Präsidialregime der Krim auf. Die neue ukrainische Verfassung von 1996 garantiert die Autonomie der Krim und gesteht der Halbinsel auch ein eigenes Grundgesetz zu, das allerdings vom ukrainischen Parlament gebilligt werden muß.
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Kumanen

9 Komanen, Kun, Kiptschak, slawisch Polowzer, türksprachiges Steppenvolk (vom Kuma-Fluß). Die Kumanen drangen im 11. Jahrhundert in Ungarn ein und vernichteten 1091 die Petschenegen. Um 1240 wurden sie z. T. von den Mongolen unterworfen, z. T. wanderten sie nach Ungarn ab und wurden in Kumanien angesiedelt (Groß-Kumanien östlich der Theiß, Klein-Kumanien zwischen Theiß und Donau). Seit 1350 wurden sie christianisiert, nach dem Abbau ihrer bis zum 17. Jahrhundert geltenden Vorrechte magyarisiert. 1 Mögliche Nachkommen sind die Gaugasen.
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Kumyken


1 Kumüken zählen zu den osteuropäischen Türkvölkern (190 000) im nördlichen Dagestan (Nordkaukasus) und in der Küstenebene des Kaspischen Meers. Sie sind vor allem  Viehzüchter.
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Nogaier


1 Nogai-Tataren sind ein turksprachiges Tatarenvolk (74 000) in den Steppen Nordkaukasiens und sind Moslems. Einst waren sie Nomaden, heute sind sie seßhaft.
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Osmanische Türken

3 Die Seldschuken, benannt nach ihrem Heerführer Seldschuk, waren Teil der turkstämmigen Oghusen, deren ursprüngliche Heimat im Altai-Gebirge gelegen hatte. Anfang des 10.Jhdt. n.Chr. verließen die Oghusen ihre Heimat und siedelten sich in den Gebieten des Kaspischen Meeres bis zum Mittellauf des Syr Darja an. Unter dem Einfluss der Samaniden fand der Islam immer mehr Anfänger unter den oghusischen Stämmen, die hier eine eigene politische Einheit gründeten, welche jedoch nur von kurzer Dauer war. Ein Teil der Seldschuken, deren Herrscher sich als Verteidiger des orthodoxen Islam betrachteten, wanderte weiter nach Westen und begannen nun auch die Byzantiner zu bekämpfen und sich in Anatolien zu etablieren, wo sie als sogenannte Rum-Seldschuken bekannt wurden. Aus Teilen des Rum-Seldschukenreiches (1077-1307 n.Chr.) entwickelte sich später das osmanische Reich unter Osman I. und seinem Sohn Orhan I. 1 Das Osmanische Reich, gegründet 1299 hatte über 600 Jahre bestand. 1923 gründete der Revolutionäre General Mustafa Kemal Atatürk die Republik und legte ein Grundstein in der Geschichte der Islamischen Länder. Die Türkei wurde vollständig reformiert. Die Frauen bekamen wahlrecht, der Islam wurde entmachtet (Laizisiert), europäische Rechtsformen wurden übernommen, das arabische hochosmanische türkisch wurde vom Lateinischen ersetzt und persische Einflüsse in der Sprache ausgetilgt. Heute ist der Türkische Staat ein Mitglied aller europäischen Verbände, wie z. B. der Nato oder der Zollunion, außer der EU (Antrag auf Vollmitgliedschaft wurde 1987 gestellt).

 

Petschenegen


9 Stammesverband turksprachiger Völker, untermischt mit sarmatischen und finnisch-ugrischen Gruppen; seit Ende des 9. Jahrhunderts nördlich des Kaspischen Meers im Kampf mit den Chasaren, von denen sie nach Westen gedrängt wurden, wo sie sich in Südrußland niederließen. Beutezüge führten nach Byzanz, Ungarn und Rußland, bis Jaroslaw der Weise die Petschenegen 1036 besiegte. Von nachdrängenden Kumanen nach Ungarn und Bulgarien abgedrängt, gingen die Petschenegen in der dortigen Bevölkerung auf.
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Schoren

1 Die turksprachigen Schoren leben im Süden Sibiriens (Vorher um den Baikalsee, siehe Jakuten) als nomadisierende Viehzüchter oder Hirten. Bei einer Volkszählung im Jahr 2002 gaben 13975 Personen an Schoren zu sein. Davon leben  11554 im Russichem Verwaltungsbezirk Kemerowo, 1078 in der Republik Chakassien und 141 in der Republik Altai. Die vorwiegend in Russland lebenden Schoren gehören zu den kleinen indigenen Völkern Russlands und Sibiriens. Sie sind im Dachverband RAIPON organisiert sind.
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Tataren


9 Einige Turkvölker in der Tatarischen Autonomen Republik, um den Kaukasus und in Sibirien mit zahlreichen Stämmen, so den einstigen Krimtataren, den Nogaiern mit den Astrachan-Tataren, den Wolgatataren, den Kasimower Tataren, den Chakassen, den Sibirischen Tataren Als Bergtataren gelten die Karatschaier und Balkaren. Der Name Tataren war ursprünglich einem kleinen mongolischen Stamm eigen, wurde zur Zeit des Mongolischen Reichs (seit dem 13. Jahrhundert) für die Mongolen überhaupt verwendet und seit dem 14. Jahrhundert speziell auf das Turkvolk übertragen, das sich aus der Verschmelzung von Mongolen, z. T. schon früher ansässigen Türken, Wolgafinnen und Slawen an der mittleren und unteren Wolga, auf der Krim sowie in Westsibirien herausbildete und den sunnitischen Islam annahm.
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Tschuwaschen


9 Turkvolk (1,57 Mill.) an der mittleren Wolga, hauptsächlich in der Republik Tschuwaschien; Ackerbauern mit geringer Viehzucht, wahrscheinlich Nachkommen der Wolga-Finnen und der Bolgaren.
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Turkmenen

3 Seit dem 10.Jhdt. wurden die zwischen dem Kaspischen Meer und dem Aralsee siedelnden Oghusen-Stämme als Turkomanen bzw. Turkmenen bezeichnet. Diesen Turkmenen, die ebenfalls Muslime waren, gelang es, da sie ständig in interne Kämpfe verwickelt waren, nie sich zu einer politischen Einheit zusammen zuschließen. Zudem waren sie immer wieder in Kämpfe mit ihren Nachbarn verwickelt, von denen sie aus ihren Siedlungsgebieten vertrieben wurden. Im 12.Jhdt. überfielen die Choresm-Schahs die Turkmenen und machten diese zu einer unentbehrlichen Streitmacht in ihrem Reich. Im 13. Jhdt. wurde der Siedlungsraum der Turkmenen unter den Erben Dschingis Khan´s aufgeteilt. Im 14. Jhdt. kämpften turkmenische Reitertruppen an der Seite Timur´s. Seit dem 16. Jhdt. waren die Turkmenen in ständige Konflikte mit Choresm, Buchara oder Persien verwickelt und wurden deren Oberhoheit unterworfen. Tatsächlich behielten die Turkmenen, die bis ins späte 19.Jhdt. Nomaden oder Halbnomaden waren, ihre Unabhängigkeit und stellten für die sesshafte Bevölkerung Zentralasiens eine ständige Gefahr dar. Häufig versuchten einzelne turkmenische Stämme aus ihrem Siedlungsraum östlich des Kaspischen Meeres auszubrechen und in die fruchtbaren Oasen einzudringen, wo es den Usbeken gelungen war, sich als Bauern oder als handeltreibende Stadtbevölkerung anzusiedeln und dem sesshaften Leben anzupassen. Mit dem Vordringen Russlands und Englands und den damit verbundenen Grenzziehungen Ende des 19.Jhdt. wurde der Siedlungsraum der Turkmenen auf mehrere Staaten aufgeteilt und ihre Wanderungsbewegungen zunehmend verhindert oder zumindest eingeschränkt. 9 73% der Bewohner Turkmenistans sind Turkmenen, die sich zum sunnitischen Islam bekennen. Den übrigen Bevölkerungsteil stellen vor allem Russen (9,8%) und Usbeken (9%) sowie zahlreiche andere kleine Volksgruppen (Kasachen, Tataren, Ukrainer, Armenier, Belutschen). 55% der Bevölerung lebt auf dem Land.
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Uiguren

3 Uighur, Uygur, Yugur. Sie sind sunnitische Muslime der hanafitischen Richtung. Die Uiguren sind die Hauptbevölkerungsgruppe in den Oasen von Sinkiang (Xinjiang,VR China). Daneben gibt es uigurische Gruppen, die ab der 2. Hälfte des 18.Jhdt. in mehreren Wellen in verschiedene Gebiete des heutigen Kazakhstan, Kirgisistan und Usbekistan einwanderten. Kleinere Gruppen leben auch in Tadschikistan und in Turkmenien. Für die VR China liegen keine genauen Zahlenangaben vor, Schätzungen variieren zwischen 4,2 bis 12 Mill.. In der vormaligen Sowjetunion betrug ihre Zahl 258.000 Personen. Das Uigurische ist am nächsten verwandt mit dem Usbekischen und ist in vier Hauptdialekte gegliedert. Die erste bekannte Erwähnung des Terminus Uigur findet sich in den frühen türkischen Orchon-Inschriften (8. und 9. Jhdt. n.Chr.). Der Name findet sich später in chinesischen Quellen. Der Terminus wurde offensichtlich nach dem 15.Jhdt. nicht mehr erwähnt, bis er in der sowjetischen Periode wieder als Bezeichnung für ein Volk auftaucht, dass sicherlich einige Elemente der alten Uiguren umfasste. Es kann aber nicht als direkte Nachfahren der alten Uiguren betrachtet werden. Der Name Uygur scheint um das 16. Jhdt. außer Verwendung geraten sein. Das Ethnonym Uygur mit seiner reichen, un-islamischen historischen, kulturellen und religiösen Vergangenheit, das solange assoziiert war mit Ungläubigen schien unangemessen. Neben der Verwendung des Begriffs Muslim wurde die Bevölkerung entweder nach ihrem Herkunftsort (z.B. als Turpanlig aus Turfan stammen, als Kashgarliq aus Kashgar stammend) oder einfach als Yerlik (d.h. lokale Bevölkerung) bezeichnet. Andere (z.B. die im Ili-Tal siedelnden Gruppen) wurde entsprechend ihrer wirtschaftlichen Aktivitäten Taranci (=farmer) genannt.Das Ethnonym Uygur wurde 1921 durch Turkestanische Intellektuelle und Politiker auf einem Kongress in Taschkent wiederbelebt. Es erlangte erst in den 40iger Jahres des 20.Jhdt.s weitere Akzeptanz.

Die heutigen Uiguren stammen von türkischen Stämmen des Orxon-Gebietes und von Diaspora-Stämme der ehemaligen uigurischen Staaten ab. Zu ihrer Formung trugen aber auch andere türkische Stämme bei. Zudem dürften auch die türkisierten iranischen und tokharischen Bevölkerungselemente Ost-Turkestans einen signifikanten Faktor in der Ethnogenese die Uiguren gespielt haben.

 In der vormaligen Sowjetunion gab es 2 Gruppen der rezenten Uiguren:

1) Die südliche Gruppe: Zu ihr gehören die Uiguren von Ferghana, die ursprünglich aus Kashgar und Yarkand stammten und im 19.Jhdt. eingewandert waren. Sie wurden entsprechend ihren Herkunftsorten als bezeichnet, z.B. als Kashgarlik.

2) die nördliche Gruppe: Dies sind die Uiguren des Semirechie-Gebiets, die sogenannten Taranchi. sie stammen ursprünglich aus dem Ili-Tal in Sinkiang. und wanderten im späten 19.Jhdt. ein.

Ethnizität: Bei den Uiguren der vormaligen Sowjetunion hatte sich bisher kein Nationalgefühl entwickelt. Teilweise sind die Verbindungen zur ursprünglichen Heimat noch nicht abgerissen. 

Salar, Dolan und Sera Yogur (Uigur):

Zu den zentralasiatischen Turki-Gruppen gehören laut GOLDEN vom linguistischen Standpunkt aus neben den bereits genannten Usbeken und Uiguren auch die Salars, Dolans und Sera Yogurs. Salar (Salir) sind ein muslimisches Turkvolk, das großteils in der östlichen Chinghai-Provinz (VR China) lebt und ca. 70.000 Personen umfasst. Einige Forscher betrachten sie als isolierten neu-uigurischen Dialekt, andere als näher mit den Sarig Yugur verbunden. Neben den bereits genannten Turkgruppen, die als indigene Gruppen Zentralasiens zu betrachten sind, gibt es noch eine Vielzahl anderer kleiner Gruppen, auf die hier nicht näher eingegangen werden kann. Dazu zählen z.B. die Kipcak, Kuramas, die Türken von Ferghana und Samarkand etc.225. Des weiteren sind noch die Vertreter diverser sibirischer Turkvölker sowie verschiedener anderer Turkvölker zu nennen, die als Folge der stalinistischen Deportationspolitik nach Zentralasien kamen.
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Usbeken


9 Ösbeken, islamisches Turkvolk in Zentralasien, 12,5 Mill., vor allem in Usbekistan, Kasachstan, Afghanistan; im 14. Jahrhundert aus mehreren Turkvölkern entstanden, nach Ösbek (Khan der Goldenen Horde) benannt; ursprünglich nomadische Viehzüchter, heute seßhaft (Baumwollanbau); unterteilt in Stämme (Mangyt, Turk, Naiman, Turkmen, Arab) und Geschlechter. 73,7% der Bevölkerung sind Usbeken, die sich zum sunnitischen Islam bekennen. Die größten Minderheiten sind Russen (5,5%), Tadschiken (5,1%) und Kasachen (4,2%) sowie die Karakalpaken (2%), deren Siedlungsgebiet 1932 zur Autonomen Republik erklärt wurde, seit 1992 Republik Usbekistan.
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Zitatangaben zum Text

1 Engin Senli
2
http://www.turk-evi.de/html/turkische_geschichte.html

3 "
Einführung in die Ethnologie Zentralasiens" von M. Linska, A. Handl, G. Rasuly-Paleczek.
4 "Das Osmanische Reich - Grundlinien seiner Geschichte" von Josef Matuz.
5
 
"Völker Sibiriens" von Katja Resagk, Teilnehmerin der Sibirienexkursion 2002.
Alttürkische Felszeichnungen in Nordost-Anatolien von Hermann Váry (Bochum).
http://www.globaldefence.net
http://www.tcberlinbe.de/de/turkei/index.htm
9 Das große Bertelsmann Lexikon 2000
10 
http://www.uni-potsdam.de/u/mrz/mrm/mrm16-3.htm

11 "Dschinghis Kahn - Eroberer, Stammesfürst, Vordenker" von Hans Leicht
12
 
Christian Gizewski
13 http://www.uzbekistan.de/history.htm

Stand Sonntag, 29. April 2007
Copyright: Siehe Zitatangaben
Bildmaterialien: -

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