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Die ersten türkischen Dokumente sind die Yenisey Inschriften aus dem 6.
Jahrhundert und Orhun Inschriften aus dem 8. Jahrhundert. Besonders die in
Erinnerungsansprachen-Form geschriebenen Orhun-Inschriften geben reichhaltige
Auskunft über das gesellschaftliche Leben der türkischen Welt, ihre Kultur und
Kunst.
Erwähnt wurden die Türken von den Chinesen schon viel früher. Es bleibt
abzuwarten ob Archäologen noch ältere Dokumente finden. Es ist sehr
wahrscheinlich, dass das Göktürkische eine sehr alte Sprache ist. Es wird unter
anderem angenommen das es viele Vorgänger Schriften des Göktürkischen gab. Da
die Schriftzeichen in einer sehr guten Qualität gefunden wurden ist anzunehmen
dass diese Schrift schon seit etlicher Zeit benutzt worden ist. Schon der chinesische Reisende Hiuen-Tsang (2. Hälfte d. 7 Jh.) schrieb dass die
Hephtaliten (Weiße Hunnen) eine Schrift benutzten die identisch mit der war die
Göktürken benutzten.
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Kyzylinschrift in den mit der Orchon-Runen verwandten
Jenissej-Runen (ca.730 n.Chr.). Bild:
wikimedia, Philipp Roelli (2005) |
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Der Byzantiner Prokopios (6. Jh.) bemerkte dass die
Ogurtürken schon damals eine eigene Schrift besaßen. Nach dem Byzantiner
Menandros schrieb der Göktürkische Kahn İstemi Yabgu im Jahr 568 einen Brief an
Byzanz in einer Schrift die "Iskit", Skythisch, genannt wurde. (Skythen war
damals die Bezeichnung für alle in Zentralasien lebenden Reiternomaden.)
Es wurde für Taspar Kahn (572-581) ein Buddhistisches Buch ins Göktürkische
übersetzt. Im Chazaren Kaghanat und im europäischen Avarenreich wurden schon
Göktürkisch geschrieben. Die bei den Mayatskiy Ausgrabungen entdeckten
beschrifteten Chazarischen Keramikscherben und Tonplatten und die in Ungarn
gefundenen Dokumente in Göktürkischer Schrift aus der Zeit der Avaren bezeugen
dies.
Es wird angenommen das die Hunnen eine Schrift besaßen die als Vorgänger der
Runen aus dem Orchon Tal gelten könnten.
Doch wo sind die Wurzeln der Orchon Schriften zu suchen? Einige Wissenschaftler
sehen eine Ähnlichkeit mit dem aramäischen, griechischen, chinesischen oder
skandinavischen Schriftzeichen. Eine Affinität mit den Indo-Iranische Runen wird
auch angenommen. Es wird ausgiebig nach der Herkunft der göktürkischen
Schriftzeichen gesucht.
Es ist jedoch sehr unwahrscheinlich dass das göktürkische einen der oben
genannten Ursprünge hat. Hier die Erklärung: die Inder, die Chinesen, die Iraner
benutzten nie eine solch eigenartige runische Einkerbweise. Im Aramäischen
Sprachraum (Sogdisch, parsi u.s.w.) gab es ebenfalls keine dieser Schreibweisen.
Das Aramäische hat 22 Buchstaben und das göktürkische 39. Die aramäischen
Schriften, Pahlevi und Aramazique, sind deutlich jünger als das göktürkische.
Der wahrscheinlichste Ursprung der göktürkischen Schrift scheinen die türkischen
Stempel älterer Datierung zu sein.
Aus chinesischen Quellen wissen wir dass die Türken durch in Pfeile eingekerbte
Symbole miteinander kommunizierten. Tatsächlich sehen einige Zeichen der Schrift
wie Symbole aus deren laut ein Wort ergibt das es erklärt. Zum Beispiel heißt
Pfeil auf Türkisch Ok. Das göktürkische Schriftzeichen dazu sieht aus wie ein
Pfeil. Jedes dieser Zeichen kann man mit einem ganzen Wort in Verbindung
bringen. Allein diese Erkenntnis zeigt die Eigenständigkeit dieser
Schriftsprache. Das göktürkische in den Yenisey Inschriften hatte noch über 150
Schriftzeichen wurde aber dann auf 38 reduziert.
Es wurde von rechts nach links sowie von oben nach unten geschrieben. Zu den 35
Konsonanten gehören 4 Umlaute. Die Konsonanten werden je nach der hohen oder
tiefen Ausprache der Umlaute unterschieden. Am Anfang und in der Mitte eines
Wortes wird kein A benutzt wenn es nicht auch am Ende mit A oder E abschließt.
Am Ende eines Wortes wird das A immer betont. Deswegen, werden viele Konsonanten
die mit A oder E anfangen auch mit A oder E beendet.
Daher kommen Wörter wie Ata, Efe, Ege, Damga. Das S(SCH) wird nur bei sonstigen
Umlauten benutzt. Auch wird das S(SCH) manchmal als tiefes S benutzt. Die
Umlaute I,İ,O,U,Ö,Ü können auch am Anfang eines Wortes benutzt.
So, wer das verstanden hat kann schon anfangen göktürkisch zu entziffern.
Puhh...
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Konsonanten |
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Umlaute |
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Original Inschriften |
Gök türkisch |
Latein |
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Original Inschriften |
Gök türkisch |
Latein |
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B
(Bei tiefen Umlauten) |
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A - E |
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B
(Bei hohen Umlauten) |
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i - I |
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C (TSCH)
(Bei allen Umlauten) |
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O - U |
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D
(Bei tiefen Umlauten) |
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Ö - Ü |
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 |
D
(Bei hohen Umlauten) |
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 |
 |
G
(Bei tiefen Umlauten) |
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Doppellaute |
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Original Inschriften |
Gök türkisch |
Latein |
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 |
G
(Bei hohen Umlauten) |
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 |
IK- KI |
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 |
Q
(Bei allen Umlauten) |
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IC - CI |
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B
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K
(Bei tiefen Umlauten) |
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OK - UK |
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 |
K
(Bei hohen Umlauten) |
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ÖK - ÜK |
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L
(Bei tiefen Umlauten) |
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LD - LT |
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 |
L
(Bei hohen Umlauten) |
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NC |
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 |
M
(Bei allen Umlauten) |
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ND - NT |
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 |
N
(Bei tiefen Umlauten) |
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NG |
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N
(Bei hohen Umlauten) |
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NY |
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 |
P
(Bei allen Umlauten) |
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 |
R
(Bei tiefen Umlauten) |
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Satztrenner |
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R
(Bei hohen Umlauten) |
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S
(Bei tiefen Umlauten) |
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S
(Bei hohen Umlauten) |
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S (SCH)
(Bei allen Umlauten) |
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T
(Bei tiefen Umlauten) |
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T
(Bei hohen Umlauten) |
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Y
(Bei tiefen Umlauten) |
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Y
(Bei allen Umlauten) |
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Z
(Bei allen Umlauten) |
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Wer das göktürkische als Schriftart haben möchte kann es
hier downloaden.
Stand Donnerstag, 21. August 2008
Copyright Text: Engin Senli
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